Moltkeviertel‎ > ‎Grünflächen‎ > ‎

Moltkeplatz

Die Grünanlage Moltkeplatz, die sich direkt östlich der hier Nord-Süd verlaufenden S-Bahn-Trasse (S 6 von Essen Hbf nach Düsseldorf / Köln über Essen-Stadtwald, -Villa-Hügel, -Werden, -Kettwig) befindet, wurde nach den Plänen von Otto Linne aus dem Jahr 1910/11 mit besonderer Sorgfalt geplant und an­gelegt.

Ungewöhnlich für die damalige Zeit war sicherlich, dass in dieser Grünanlage nördlich der Moltke­straße neben Rasenflächen, Blumenrabatten, Ruhebereichen mit Bänken auch Tennis­plätze, zwei Turnplätze und ein Kinderspielplatz angelegt wurden.

Unter anderem sollten mit dieser hervorragend gestal­teten „Visitenkarte“ Moltkeplatz den von Süden kommenden Bahnreisenden ein eindrucksvolles "Eingangstor" zur Stadt Essen gezeigt werden.


Moltkeplatz: Blick von Süd nach Nord; unten rechts das Robert-Schmidt-Berufskolleg, darüber die
Deutsche Bundesbank und links daneben die Villa Koppers; unten Mitte: Grünfläche mit Abhang zur
Schnutenhaus-/Messelstraße; darüber links: Moltkebrücke über die S-Bahn-Trasse im Zuge der Moltkestraße,
Mitte: Turm der denkmalgeschützten SELK Kirche am Moltkeplatz; oben links: Kreuzung Richard-Wagner- /
Kronprinzenstraße
mit den Gebäuden von Regionalverband Ruhr und Ruhrverband.

Als größte Grünfläche des Moltkeviertels war der Moltkeplatz ursprünglich als Teil einer durchgehenden, offenen Belüftungsschneise angelegt; nur an den beiden Längsseiten waren Platanen in Doppelreihe gepflanzt. Die meisten dieser etwa 100 Jahre alten Bäume sind erhalten und haben mittlerweile mächtige Kronen.

Die im nördlichen Bereich des Moltkeplatzes liegende Rasenfläche wurde im Laufe der Zeit gering­fügig verkleinert, um einen Parkplatz anlegen zu können. Vor dem ursprünglichen Kegelklubhaus (heute „Villa Moltkeplatz“) entfielen die Blumenrabatten und einige Ruhebänke. Dieser Parkplatz wird seitdem - wie die Tennisplätze, der Spielplatz und der heutige Bolzplatz - in Querrichtung des Moltkeplatzes durch Bäume und hohe Büsche optisch getrennt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Rasenflächen des Moltkeplatzes als Kleingärten und Fläche zur Haltung von Kleinvieh wie z. B. Ziegen genutzt und dienten zur Gewinnung von Lebensmitteln.


Den südlichen Bereich des Moltkeplatzes bildet heute eine etwa 42 x 35 m große Rasenfläche. Anwohner des Moltkeviertels erinnern sich, dass in der Vergangenheit auf der Rasenfläche im Sommerhalbjahr ein großer Holzkübel mit einer hohen Palme stand, die dem Platz eine sehr gepflegte, fast mediterrane Anmutung gab.

Im Untergrund befand sich bis 2016 eine Bunkeranlage aus dem Zweiten Weltkrieg. Die "Rakete" und eine Einstiegsmöglichkeit in der südöstlichen Ecke der Rasenfläche erinnerten ebenso daran wie ähnliche Anlagenreste auf der anderen Seite der Moltkestraße am Abhang zur Messelstraße vor dem Robert-Schmidt-Berufskolleg. Im Sommer 2016 wurden alle oberirdischen Teile abgebaut und der Bunker verfüllt.

südlicher Bereich des Moltkeplatzes: Blick von Süd nach Nord;

im Hintergrund die Tennisplätze; vorne links: oberirdische Anlage ("Rakete") der Bunkeranlage (in 2016 abgebaut)


Im mittleren Bereich des Moltkeplatzes befinden sich die Anlagen des Tennisvereins TC Schellenberg e.V. (siehe auch hier), im obigen Luftbild an ihren roten Plätzen zu erkennen. Nach Norden schließen sich ein Kinderspielplatz (siehe hier) und ein Bolzplatz (siehe hier) sowie eine Rasenfläche und der Parkplatz vor der "Villa Moltkeplatz" an

Auf der etwa 125 m langen und in der Breite von etwa 52 auf 32 m abnehmenden Rasenfläche des nördlichen Moltkeplatzes (im oben gezeigten Luftbild ist dies die nach oben = Norden keilförmig zulaufende Fläche) sind seit 1982 Kunstwerke als ein Skulpturenensemble ausgestellt, das der Anwohnerverein Kunst am Moltkeplatz KaM e.V.  als Pate betreut und u. a. mit Wechselausstellungen junger Kunst weiterentwickelt
. Mehr dazu hier.



nördlicher Moltkeplatz; Blick vom nordwestlichen Ende nach Südosten; Mitte: SELK Kirche am Moltkeplatz,
rechts: Turm der Baugewerkschule (heute Robert-Schmidt-Berufskolleg); etwa 1910er Jahre;
das Gebäude Moltkeplatz 1 am linken Bildrand wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört


Häuserzeile am nördlichen Moltkeplatz 5 - 9

Außenarbeit Blaues Pigment 1990 von Katja Hajek; Stele 1990 von Jo Schöpfer




nördlicher / mittlerer Moltkeplatz; Blick von West (bei der "Villa Moltkeplatz")
 nach Osten in die untere Semperstraße.
Mitte: SELK Kirche am Moltkeplatz; Kirchengebäude
 und Pfarrhaus  wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in etwas veränderter Form wiederaufgebaut;
heutiges Bild der Kirche hier.

 


südlicher Moltkeplatz; Blick vom südwestlichen Ende nach Nordosten; links: SELK Kirche am
Moltkeplatz; die Gebäude rechts von der Kirche wurden z.T. nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.


Das auf dem obigen alten Bild des nördlichen Moltkeplatzes dargestellte Gebäude Moltkeplatz 1 war bis zu seiner Zerstörung im Zweiten Weltkrieg eine private Frauenklinik. Es gibt noch Essener Einwohner, die in diesem Gebäude das Licht der Welt erblickt haben. Das jetzt dort stehende "LOI"-Gebäude Matthias-Ludwig-Haus ist nach dem Gründer der Fa. Ludwig Ofenbau Industrie (heute LOI Italimpianti) benannt. Dies Unternehmen war - genau wie die an der Moltkestraße 29 am anderen Ende des Moltkeplatzes beheimatete Heinrich Koppers AG - technologisch führend in der Entwicklung und Konstruktion von industriellen Ofenanlagen zur Herstellung von Koks aus Steinkohle in Kokereien und der damit zusammenhängenden Kohlechemie. Das Gebäude wird heute zum Teil von der International School Ruhr und zum anderen Teil als Bürogebäude genutzt.

Am Moltkeplatz 17-19 Ecke Semperstraße befindet sich das in 1910 von Otto Bartning gebaute denkmalgeschützte Kirchengebäude mit Pfarrhaus der SELK Kirche am Moltkeplatz. Mehr dazu auch hier.

Genau westlich davon - am Bahndamm an der Stelle, wo die Bahntrasse von einem Einschnitt in einen aufgeschütteten Damm übergeht - liegt das ehemalige Kegelklubhaus, die heutige "Villa Moltkeplatz" mit Gastronomie- und Bürobereichen an der Adresse Moltkeplatz 34. Das Gebäude ist seit seiner Entstehung erheblich verändert worden.
 
An der südöstlichen Ecke des Moltkeplatzes ist die "Villa Koppers" - das ehemalige Wohnhaus des Industriellen Heinrich Koppers - mit der Adresse Moltkeplatz 61 an der Ecke Moltkestraße seit 2010 der Standort der International School Ruhr. Das Gebäude ist ebenso wie das anschließende ehemalige Verwaltungsgebäude der Firma Heinrich Koppers AG an der Moltkestraße 29 denkmalgeschützt; mehr dazu hier. Im ehemaligen Verwaltungsgebäude befinden sich (Arzt-) Praxen und Büros.

Am südwestlichen Ende des Moltkeplatzes führt die denkmalgeschützte Moltkebrücke im Zuge der Moltkestraße über die S-Bahn-Trasse (S6 von Essen Hbf nach Düsseldorf / Köln über Essen-Stadtwald, -Villa-Hügel, -Werden, -Kettwig).

Der Moltkeplatz setzt sich südlich der Moltkestraße als Abhang zur Schnutenhaus- und Messelstraße mit einer größeren Grünfläche fort.

Am 16. Sept. 2010 begingen Anwohner und  Einrichtungen des Moltkeplatzes dessen Namensgebung vor exakt 100 Jahren. Unter anderem hatten WAZ/NRZ dazu eingeladen; Beitrag vom 15. Sept. 2010 siehe hier. Einladungs-Poster siehe unten; weitere Motive des Posters hier , hier , hier , hier , hier , hier.

http://www.moltkeviertel.de/b/100%20Jahre%20Moltkeplatz%2004.jpg


Kommentare
zu dieser Webseite bitte an:   
web@moltkeviertel.de